Regional

„Das ganze Ding lebt“: Im Gespräch Hubertus Letzner – Geschäftsführer der TLG Gewerbepark Grimma GmbH

B_Letzner

GRIMMA. Seit knapp zwei Jahrzehnten entwickelt und vermarktet die TLG Gewerbepark Grimma GmbH eines der größten Industrieareale im Landkreis Leipzig. Auf dem knapp 500.000 Quadratmeter großen Areal im Süden Grimmas stehen 121.000 Quadratmeter Mietfläche zur Verfügung, von denen knapp 90 Prozent vermietet sind. Rund 200 gewerbliche Mieter beschäftigen in dem größten Muldentaler Gewerbepark rund 1200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, zudem leben rund 200 Mieter in seniorengerechten und betreuten Wohnungen am Wohnstandort in der Gabelsberger Straße.

Dabei reicht die Palette der Branchen von Dienstleistern über das produzierende Gewerbe bis hin zu medizinischen sowie Sport- und Freizeiteinrichtungen. Im Jahr 1994 hatte die GGI 80 Prozent der Grundfläche der ehemaligen MAG mit dem Ziel übertragen bekommen, die Industriebrache mit Leben zu erfüllen, ein Jahr später wurde die GGI von der TLG übernommen. 2002 erwarb die GGI 50.000 Quadratmeter der MAG-Grundfläche aus deren Insolvenzmasse. Die Grimmaer Rundschau sprach mit Hubertus Letzner, der die Geschäftsführung 1994 übernahm und die Entwicklung des Gewerbeparks maßgeblich prägte.

Rundschau: Der GGI-Gewerbepark gilt als Musterbeispiel für die Wiederbelebung einer Industriebrache. Verraten Sie uns Ihr Erfolgsrezept!

Hubertus Letzner: Unser Erfolgsrezept sind das Engagement vor Ort, Sachkenntnis und eine kontinuierliche Arbeit des gesamten Teams. Den Branchenmix, wie er heute Realität ist, hatte ich mir von Anfang an auf die Fahnen geschrieben.

Verglichen mit anderen Gewerbeparks ist der Vermietungsstand hoch –welches sind die Gründe dafür?

Der Hauptgrund ist die Tatsache, dass wir in der Lage sind, eine Fläche in kürzester Zeit den Vorstellungen eines potenziellen Mieters entsprechend herzurichten. Darüber hinaus verfügt der Gewerbepark mit der Umgehungsstraße, auf der die A 14 in wenigen Minuten erreichbar ist, über einen guten Anschluss an die Infrastruktur. Ferner haben wir ein eigenes Telefonnetz, können mit einer eigenen Stromversorgung punkten und oberdrein Wasser und Abwasser aus einer Hand anbieten. Dies wiederum hat den Vorteil, dass wir als Großkunde günstigere Bedingungen aushandeln können, die wir an unsere Kunden weitergeben. Ein weiterer nicht unwichtiger Grund ist das Vorhandensein eines Gleisanschlusses.

Branchenmix hört sich gut an, aber hat diese Mischung darüber hinaus auch praktische Vorteile für die Mieter?

Bestes Beispiel, um diese Frage mit einem klaren Ja zu beantworten, ist die Firma Faun Viatec, die mit über 20 anderen auf dem Gelände ansässigen Mietern Kooperationsvereinbarungen unterhält. Daran kann man erkennen, dass der Branchenmix funktioniert, kurz das ganze Ding lebt.“

Zum Leben gehört Bewegung, sprich Fluktuation – in welcher Größenordnung bewegt sich diese?

Sie ist gering, aber Veränderungen sind natürlich vorhanden. Bestes und für uns naturgemäß negatives Beispiel ist der kürzlich vollzogene Auszug des Amtsgerichtes und der Staatsanwaltschaft in das Schloss, womit wir mit einem Leerstand im Büroimmobilienbereich in der Größenordnung von rund 1800 Quadratmetern konfrontiert sind. So sehr ich persönlich begrüße, dass historische Gebäude in dieser Form einer Nutzung zugänglich gemacht werden, so möchte ich doch gleichzeitig einen Appell an den Landkreis, die Stadt sowie Institutionen wie die Handwerkskammer und die Industrie und Handelskammer richten, uns bei der Suche von Nachmietern zu unterstützen. Dies auch vor dem Hintergrund, dass die TLG für die Belebung der Industriebrache und die Herrichtung und Nutzbarmachung der Immobilien keine Fördermittel erhalten hat.

Wie groß ist das Angebot an Flächen für andere Branchen?

Wir haben sowohl klein- als auch großteilige Büro- und Gewerbeflächen, Ladengeschäfte, Lagerflächen sowie Hallen bis zu einer Größe von 1400 Quadratmetern im Angebot. Das Interview führte Roger Dietze.

Im Bild: Hubertus Letzner, Geschäftsführer der TLG Gewerbepark Grimma GmbH, die im Jahre 1997 mit dem OSKAR für den Mittelstand ausgezeichnet wurde. Foto: Roger Dietze

08.05.13, 08:05